Futter
Das richtige Futter für Exoten, Finken, Zebrafinken sowie gesundes Keimfutter selbst hergestellt
1) Das Körnerfutter :
Das käufliche Exotenfutter bietet eine gute Grundlage für die Ernährung der Exoten. Man sollte jedoch darauf achten, dass das Futter sauber, staubfrei und nicht zu alt ist. Gespinste sind oft Anzeichen für den Befall mit Schädlingen. Bitte achten Sie unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum. Oft wird älteres Futter zwischen dem frischen Futter gelagert, das führt dazu, dass man ungewollt altes Futter kauft. Wer große Mengen benötigt, sowie ich, sollte doch lieber größere Abpackungen an Futter kaufen, was im Endeffekt preiswerter ist. Jedoch sollte das Futter im gleichen Jahr verbraucht sein. Ich lagere mein Futter in Plastiktonnen trocken, kühl und dunkel .Im oberen Rand der Tonne habe ich ganz kleine Lüftungslöcher gebohrt.
Ich habe alle Finken in 3 Volieren vergesellschaftet, deshalb benutze ich Exotenfutter für alle Insassen der Voliere. Das Exotenfutter besteht hauptsächlich aus kleineren Hirsesorten wie z.B. Glanz, Silberhirse, Senegalhirse, Mannahirse sowie Platahirse und Japanhirse. Große Hirsesorten führen oft zum Tod bei den Jungvögeln im Nest. Sie sterben mit dem vollen Kropf, weil die großen Sorten nicht verdaut werden können. Der Anteil an den so genannten ölhaltigen Sämereien wie Rübsen und Leinsamen sollten sehr gering sein, weil die Vögel zu schnell verfetten können. Diese Sorten werden all zu gerne von den Herstellern zur „ Streckung“ beigemischt. Während der Brut kann der Anteil an Glanz und Japanhirse höher sein. Zusätzlich wird dann auch Nigersaat sehr gerne von den Finken aufgenommen.
2) Kolbenhirse:
Die rote Kolbenhirse wird von allen Prachtfinken gerne gefressen. Zur Brutzeit sollte täglich Kolbenhirse zur Verfügung stehen. Alle Prachtfinken hängen mit großer Freude an den Kolben und pieken nach und nach Jedes Körnchen aus den Rispen. Jungvögel und kranke Finken kann man mit der Kolbenhirse oft zur Futteraufnahme bewegen und können so gerettet werden. Ich vermute, dass die Kolbenhirse leichter enthüllst werden kann und verdaulicher ist. Kolbenhirse entspricht auch der natürlichen Nahrungsaufnahme, jedes Körnchen muss von den Vögeln „ erarbeitet“ werden. Besonders bei den Gouldamadinen kann man nicht auf Kolbenhirse verzichten. Gelbe Kolbenhirse wird von meinen Finken nicht angerührt.

3) Wildkräutersämereien :
Ich füttere das ganze Jahr über meine Finken in einer gesonderten Schale Wildkräuter. Im Sommer frisch gesammelte Rispen der Distel, den Wegerich, Brennnessel, Salat, Melde, Beifuss und Sauerampfer. Die Samenkapseln des Löwenzahns wird auch nicht verschmäht, genauso wenig wie die Samen der Vogelmiere. Man kann alles ausprobieren, irgendein Vogel probiert davon und dann versuchen es die anderen auch. Im Winter ist das Angebot nicht so reichlich, dann füttere ich auch gekaufte Sämereien. Bei dem Versandhandel „ Graf“ gibt es Foniopaddy, Pägima Green Delicia und Kabale. Diese Sämereien werden sehr gern von den afrikanischen Prachtfinken aufgenommen. Die australischen Finken picken aber auch sehr gern davon. Futterhinweise dieser Samen stehen im Katalog und auf der Verpackung.
4) Das Keimfutter :
Das Keimfutter ist sehr wichtig für die Haltung und Zucht meiner Volierenbewohner. Das ganze Jahr über bietet das Keimfutter zusätzliche Vitamine und Enzyme, die der Vogel dringend benötigt. Während der Brutzeit wird das Keimfutter von den Zuchttieren verstärkt aufgenommen. Die Glanz- und Hirsekörner sind aufgeweicht, die Hülsen sind geöffnet, die Nährstoffe werden freigesetzt und stehen den Vögeln schneller zur Verfügung. Das Keimfutter fördert die Verdauung und erleichtert das Füttern der Jungtiere. Ich füttere das Futter auch als Quellfutter und dann als Keimfutter. Im Quellfutter sind die Keimlinge noch nicht sichtbar, ist aber auch aufgeweicht und leicht verdaulich. Der Keim allerdings ist das wertvollste und sollte nur leicht sichtbar sein, zu lange Keimlinge werden nicht mehr gefressen und sind nicht mehr wertvoll. Ölsaaten wie Nigersaat, Rübsen und Leinsamen sind im Fettgehalt reduziert. Im Winter reiche ich nicht so viel Keimfutter wie im Sommer. Das Vorhandensein von reichlich Keimfutter, halbreifer und reifer Samenstände sowie Grasfutter simuliert die Regenzeit und fördert den Bruttrieb. Zur Winterzeit füttere ich nicht mehr so abwechslungsreich, da „Trockenzeit“ herrscht. Trotzdem muss man auf die Vitamine nicht verzichten.
Herstellung des Keimfutters:
Jeder Zuchtfreund stellt das Keimfutter in den Mengen her, die der Besetzung entsprechen. Diese Menge muss so schnell wie möglich verfüttert werden, besonders im Sommer, weil das Futter schnell sauer wird und gärt. Ich benutze während der Brut 2 Siebe mit 2 Schüsseln. Die Schüssel sollte so hoch sein, dass das Sieb frei hängt und zum abtropfen nicht im Wasser steht. Ich fülle das Plastiksieb mit dem handelsüblichen Exotenfutter oder mit dem „ Keimfutter für Sittiche und Exoten“ von Versele Laga. Dieses Futter spüle ich sehr lange mit dem fließenden Wasser ab, um den Schmutz zu entfernen. Die Schüssel wird dann mit dem Wasser so hoch aufgefüllt, dass der Samen bedeckt ist. Über Nacht quellen dann die Körner und am nächsten Tag wird das Wasser abgegossen und das Futter nochmals gründlich durchgespült. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Das Sieb mit dem feuchten Futter decke ich dann mit Haushaltspapier ab, sodass die Samen an der Oberfläche nicht abtrocknen. Abends füttere ich das erste Mal das Futter, angereichert mit Vitaminen und Eifutter (Vorsicht sonst entsteht eine Verfettung). Am anderen Tag sind die kleineren Keime zu sehen, nun wird der Rest verfüttert. Riecht das Futter säuerlich und faul dann ist das Keimfutter verdorben. Wenn die Siebe und die Schüssel nicht ausreichend mit heißem Wasser gereinigt werden, dann bilden sich Bakterien und das Keimfutter ist unbrauchbar. wer kann sollte die Siebe ausreichend zum Trocknen stehen lassen, bevor sie neu aufgefüllt werden.
5) Grünfutter und Futterpflanzen frisch von der Wiese :
Ich füttere das Grünfutter frisch von der Wiese, weil ich sicher bin, dass dort keine chemischen Substanzen enthalten sind. Im Sommer stehen Vogelmiere, Löwenzahn und eigener Salat aus dem Garten reichlich zur Verfügung. Im Winter kaufe ich keinen Salat oder ähnliches, da die chemische Belastung zu hoch ist und das Risiko einer Durchfallerkrankung und damit verbundenen Leberschäden sowie Todesfolge besteht. Grünfutter ist aber wichtig wegen der Spurenelemente, Mineralien und natürlichen Vitaminen. Da die Auswahl im Winter gleich Null ist, habe ich eine flache Schale mit Walderde gefüllt und Samen von Weizen und anderen Getreide sowie Salatsamen, Kresse und Exotenfutter ausgesät. Diese Samen werden im Laufe der zeit zu Pflänzchen und werden von meinen Vögeln gerne aufgenommen. Nebenbei ist in der erde ein Lieferant für Mikroorganismen, welche wiederum aufgenommen werden. Die Sprossen können klein gehackt dem Keimfutter beigemischt werden oder werden mitsamt der Schale in die Voliere zur Verfügung gestellt. Leider kann ich keine Hirse oder Glanz im garten aussähen, da bei uns so viele Haussperlinge leben und sich gerne daran bedienen.
Alle Prachtfinken benötigen zur Aufzucht ihrer Jungen Proteine. Spinnen, Käfer, Mehlwürmer, Buffalo, Pinkys, Puppen der Wiesenameise und Bachflohkrebse(Gammarus) können den Speiseplan erweitern. Pinkimaden, Buffalowürmer und Mehlwürmer gibt es auch tiefgefroren und können so portioniert werden. Das Problem liegt nicht in der Vielfalt aller möglichen Futtertieren, sondern wie gewöhnt man die Prachtfinken daran. Einige rühren das Lebendfutter nicht an, andere wollen kein tief gefrorenes Futter. Gibt man zu viel Lebendfutter steigert sich der Bruttrieb und die Jungen werden von den Eltern aus dem Nest geworfen. Das Gleiche kann passieren, wenn man zu wenige Proteine füttert. Das muss man sich ausprobieren. Im Winter füttere ich nur gelegentlich tierisches Futter, die Tiere können sehr leicht verfetten. Das im Handel erhältliche Insektenmenü wird von meinen Vögeln im Zusammenhang mit Keimfutter und geschnetzelten Gemüse gern aufgenommen. Auch hier ist Vorsicht durch den Beigemischten Lebertran geboten, da es zu Leberschäden und zum Tode führen kann. An dieser Stelle möchte ich das Buch „Vogelfutterpflanzen“ von Hermann Schnabel( Arndl. Verlag) erwähnen, da es sich lohnt dieses Buch zu besitzen.