Die Goldamadine ( Chloebia gouldiae )
Größe: 13 bis 15 cm
Die Goldamadine ist für mich einer der schönsten Prachtfinken überhaupt.
Als ich mit der Zucht von Prachtfinken begann wusste ich, dass ich einmal diese schönen Tiere pflegen werde. Leider habe ich in der Literatur von der Empfindlichkeit gegenüber unseren Temperaturen lesen müssen. Die rede war von gleichen Temperaturen von Tag und Nacht von 22°C und mehr ohne Schwankungen. Das hat mich erstmal davon abgehalten Goulds zu kaufen. Erst als ich eine zweite Heizung in meinem Schutzraum eingebaut wurde konnte ich mir sicher sein das ich eine Temperatur von 20°C am Tag und 18°C in der Nacht gewährleisten kann. Es dauerte gar nicht lange da habe ich 3,3 Goulds in meiner Voliere eingesetzt. Diese Farbenpracht in seiner Vielfalt beeindruckte mich immer wieder. Zunächst stellte ich fest dass die in unseren Bereichen gezüchteten Goulds nicht mehr so überempfindlich sind wie in den meisten Büchern geschrieben wird. Denn dort ist wohl die Rede von Importen.
Beschreibung :
Männchen:
Oberkopf und Kopfseiten scharlachrot, von einer schwarzen Linie begrenzt, am Hinterkopf ein breiteres hellblaues Band; Hinterhals und Halsseiten hellgrün; Rücken und Flügel violettblau; Unterkörper gelb; Beine und Unterschwanzdecken weiß. Weibchen: matter gefärbt, das blaue band am Hinterkopf ist schmaler oder fehlt ganz. Bei Gouldamadinen gibt es auch noch schwarz -und gelbköpfige Vögel. Verbreitung und Lebensraum: trockene Eukalyptussavannen in Nordaustralien, außer der Kap - York- Halbinsel.
Lebensweise:
Sie leben das ganze Jahr über in Gruppen.
Haltung:
Gouldamadinen bewohnen die heißesten gebiete Australiens und werden bei uns eigentlich erst ab 25°C richtig aktiv und lebhaft. Neben diesen relativ hohen Temperaturen brauchen sie auch eine hohe Luftfeuchtigkeit von 55-70 %.Diese Vogelart sollte wenn möglich in der Voliere gehalten werden, da Sie bei mangelnder Bewegung leicht unter Stoffwechselstörungen leiden können. Diese Tiere kann man gut in gemischten Volieren halten, weil sie sehr gesellige Finken sind. Eine freie Partnerwahl und eine Zucht in kleinen Gruppen begünstigen den Bruterfolg.
Nahrung:
Glanz, Kolben- Senegal -und Silberhirse, halbreife und gekeimte Kolbenhirse halbreife Grassamen, Vogelknöterich, Vogelmiere, ein wenig Mehlwürmer und eventuell Eifutter. Aber vorsichtig Goulds bevorzugen leicht das Eifutter und werden sehr schnell fett und sitzen flugunfähig auf dem Boden.
Zucht:
Die meisten Gouldamadinen nehmen geschlossene oder halboffene Nistkästen in jeder möglichen Höhe an. Die Paare bevorzugen zum Nestbau Sisal – Jute- Baumwollfasern in hell und dunkel an. Weiches Heu und Moos sowie lange dünne Kokosfasern. Nach 14-15 Tagen schlüpfen die Jungen, und man sollte nun besonders auf Futtervielfalt achten. Die Weibchen hudern die Nestlinge nur bis zum 10.Lebenstag, die Temperatur sollte zu dieser Zeit auf keinen Fall unter 20 °C absinken. Junge Gouldamadinen sollte man erst nach der Jugendmauser mit ca.4bis 5 Monaten abgeben, Sie finden sich in fremder Umgebung oft schwer zurecht und verhungern oft. Am sichersten erwirbt man die Gouldamadinen wenn die Mauser vollendet ist.
Besonderheiten:
Ich selbst habe zurzeit arge Probleme mit den Tieren, es ist so das vor allem die Weibchen zeitweise sehr gierig Mineralien, Magensteinchen oder Muschelgrit aufnehmen, das ja eigentlich ständig zu Verfügung stehen sollte. Zu beachten ist dabei dass die Steinchen sehr lange bis zur vollen Verdauung brauchen und deshalb auch schnell zu Verstopfungen führen. Die Tiere sterben bei einem vollen Futternapf ! So habe ich 10 Gouldweibchen verloren ohne dass irgendwelche Krankheitszeichen zu erkennen waren. Erst nach dem tot habe ich festgestellt dass alle Tiere total abgemagert waren. Mein Zuchtfreund Jens hatte auch dieses Problem gehabt, aber keinen pathologischen Beweis.
Wenn sich mein Verdacht bestätigt, werde ich es auf dieser Seite veröffentlichen. Ich habe ein Tier zur Untersuchung eingeschickt.
Eine weitere Besonderheit liegt darin, das diese Vogelart unheimlich viel Tierkohle aufnehmen. Ich gehe davon aus dass diese Tierkohle eine ähnliche Funktion für den Darm (Entgiftung) hat wie man es von den Papageien kennt, die in freier Natur viel Lehm aufnehmen. Ich stelle jedenfalls immer Tierkohle zu Verfügung und habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Müssen Medikamente verabreicht werden, dann die Tierkohlen Fütterung einstellen! Reden Sie mit Ihrem Tierarzt.
08. 12. 2010 um 14:10
Hallo hast eine tolle Seite, sie ist sehr hilfreich.