Archive for the ‘Zuchtberichte’ Category

Die Goldamadine ( Chloebia gouldiae )

Donnerstag, Februar 11th, 2010
Herkunft:  Australien
Größe:     13 bis 15 cm
 
 Die Goldamadine ist für mich einer der schönsten Prachtfinken überhaupt.
Als ich mit der Zucht von Prachtfinken begann wusste ich,  dass ich einmal diese schönen Tiere pflegen werde. Leider habe ich in der Literatur von der Empfindlichkeit gegenüber unseren Temperaturen lesen müssen. Die rede war von gleichen Temperaturen von Tag und Nacht von 22°C und mehr ohne Schwankungen. Das hat mich erstmal davon abgehalten Goulds zu kaufen. Erst als ich eine zweite Heizung in meinem Schutzraum eingebaut  wurde konnte ich mir sicher sein das ich eine Temperatur von 20°C am Tag und 18°C in der Nacht gewährleisten kann. Es dauerte gar nicht lange da habe ich 3,3 Goulds in meiner Voliere eingesetzt. Diese Farbenpracht in seiner Vielfalt beeindruckte mich immer wieder. Zunächst stellte ich fest dass die in unseren Bereichen gezüchteten Goulds nicht mehr so überempfindlich sind wie in den meisten Büchern geschrieben wird. Denn dort ist wohl die Rede von Importen.
 

Beschreibung :
Männchen:

GouldamadinenOberkopf und Kopfseiten scharlachrot, von einer schwarzen Linie begrenzt, am Hinterkopf ein breiteres hellblaues Band; Hinterhals und Halsseiten hellgrün; Rücken und Flügel violettblau; Unterkörper gelb; Beine und Unterschwanzdecken weiß. Weibchen: matter gefärbt, das blaue band am Hinterkopf ist schmaler oder fehlt ganz. Bei Gouldamadinen gibt es auch noch schwarz -und gelbköpfige Vögel. Verbreitung und Lebensraum: trockene Eukalyptussavannen in Nordaustralien, außer der Kap - York- Halbinsel.

Lebensweise:
Sie leben das ganze Jahr über in Gruppen.

Haltung:
Gouldamadinen bewohnen die heißesten gebiete Australiens und werden bei uns eigentlich erst ab 25°C richtig aktiv und lebhaft. Neben diesen relativ hohen Temperaturen brauchen sie auch eine hohe Luftfeuchtigkeit von 55-70 %.Diese Vogelart sollte wenn möglich in der Voliere gehalten werden, da Sie bei mangelnder Bewegung leicht unter Stoffwechselstörungen leiden können. Diese Tiere kann man gut in gemischten Volieren halten, weil sie sehr gesellige Finken sind. Eine freie Partnerwahl und eine Zucht in kleinen Gruppen begünstigen den Bruterfolg.

Nahrung:
Glanz, Kolben- Senegal -und Silberhirse, halbreife und gekeimte Kolbenhirse halbreife Grassamen, Vogelknöterich, Vogelmiere, ein wenig Mehlwürmer und eventuell Eifutter. Aber vorsichtig Goulds bevorzugen leicht das Eifutter und werden sehr schnell fett und sitzen flugunfähig auf dem Boden.

Zucht:
Die meisten Gouldamadinen nehmen geschlossene oder halboffene Nistkästen in jeder möglichen Höhe an. Die Paare bevorzugen zum Nestbau Sisal –  Jute- Baumwollfasern in hell und dunkel an. Weiches Heu und Moos sowie lange dünne Kokosfasern. Nach 14-15 Tagen schlüpfen die Jungen, und man sollte nun besonders auf Futtervielfalt achten. Die Weibchen hudern die Nestlinge nur bis zum 10.Lebenstag, die Temperatur sollte zu dieser Zeit auf keinen Fall unter 20 °C absinken. Junge Gouldamadinen sollte man erst nach der Jugendmauser mit ca.4bis 5 Monaten abgeben,  Sie finden sich in fremder Umgebung oft schwer zurecht und verhungern oft.  Am sichersten erwirbt man die Gouldamadinen wenn die Mauser vollendet ist.

Besonderheiten:
Ich selbst habe zurzeit arge Probleme mit den Tieren, es ist so das vor allem die Weibchen zeitweise sehr gierig Mineralien, Magensteinchen oder Muschelgrit aufnehmen, das ja eigentlich ständig zu Verfügung stehen sollte. Zu beachten ist dabei dass die Steinchen sehr lange bis zur vollen Verdauung brauchen und deshalb auch schnell zu Verstopfungen führen. Die Tiere sterben bei einem vollen Futternapf ! So habe ich 10 Gouldweibchen verloren ohne dass irgendwelche Krankheitszeichen zu erkennen waren. Erst nach dem tot habe ich festgestellt dass alle Tiere total abgemagert waren.  Mein Zuchtfreund Jens hatte auch dieses Problem gehabt, aber keinen pathologischen Beweis.

Wenn sich mein Verdacht bestätigt, werde ich es auf dieser Seite veröffentlichen. Ich habe ein Tier zur Untersuchung eingeschickt.
 
Eine weitere Besonderheit liegt darin, das diese Vogelart  unheimlich viel Tierkohle aufnehmen. Ich gehe davon aus dass diese Tierkohle eine ähnliche Funktion für den Darm  (Entgiftung) hat wie man es von den Papageien kennt, die in freier Natur viel Lehm aufnehmen. Ich stelle jedenfalls immer Tierkohle zu Verfügung und habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Müssen Medikamente verabreicht werden, dann die Tierkohlen Fütterung einstellen! Reden Sie mit Ihrem Tierarzt.

Bandamadinen

Mittwoch, Juni 18th, 2008

Bandamadinen – Amadina fasciata

Verbreitungsgebiete: Afrika

Größe: ca. 13 cm
Geschlechtsunterschiede: Bei ausgewachsenen Bandfinken und bei fast flüggen Jungtieren ist die rote Kehlzeichnung des Männchens gut zu erkennen. 

Haltung und Zucht:
Meine Bandfinken habe ich in der Voliere untergebracht, die ebenfalls mit größeren und robusteren Tieren besetzt ist. Die Mitbewohner sind unter anderem Reisfinken, Spitzschwanzamadinen, Diamantamadinen, Schau-Zebrafinken und Mosambikgirlitz sowie Muskatamadine. Wie zu erkennen ist, sind das alles Volierenbewohner, die sich durchsetzen können. Dann gibt es mit der Bandamadine keine Schwierigkeiten mehr. Bandfinken sind nicht empfindlich, ein Schutzraum frei von Zugluft und Nässe mit einer Temperatur von 15°C ist ausreichend. Richtig Spaß gibt es, wenn ein paar Mehlwürmer gefüttert werden. Ein aufmerksamer Bandfink gibt einen pfeifenden Ton ab, um die anderen Artgenossen diese Entdeckung mitzuteilen. Wie auf Kommando stürzen sich die Bandfinken auf die Mehlwürmer. 

Sie sind keineswegs scheu sondern lebhaft suchen sie den ganzen Volierenbereich und den Boden nach Futter ab. ich biete meinen Finken alles Mögliche an Nistgelegenheiten an: Nistkästen halb offen oder geschlossen, Kanariennester, alte Blumentöpfe und Ähnliches. Gefällt es den Bandfinken, dann bauen sie ein Nest, das nicht sehr kunstvoll aussieht. Sie nehmen alles an Nistmaterial an, was sich finden lässt. Die 4-6 weißen Eier werden von beiden Eltern 12-14 Tage lang bebrütet. Die Jungtiere verlassen nach 4 Wochen das Nest und werden noch 2 Wochen lang gefüttert.

Schönbürzel

Mittwoch, Juni 18th, 2008

Schönbürzel - Estrilda caerulescens

Verbreitungsgebiet: nordwestliches Afrika

Größe: ca. 11 cm

Geschlechtsunterscheidung: Beide Geschlechter gleichen sich vom Schnabel bis zur Schwanzspitze. Nur während der Brutzeit kann man das Männchen am Gesang erkennen.
 

Haltung und Zucht:
Meine Rotschwanz- Schönbürzel entpuppten sich als ideale, sehr freundliche und verträgliche Vögel für eine gemischt besetzte Voliere. Zurzeit habe ich 4 Schönbürzelchen in einer Anlage. Untereinander sind keine Probleme aufgetreten. Sie sind sehr neugierig und vertraut gegenüber dem Pfleger. Schönbürzelchen sind fast immer die Ersten am Futternapf. Mit wippenden Schwänzen prüfen sie jedes Schälchen auf ihren Inhalt. Sie probieren ganz neugierig neues Futter, was bei anderen Prachtfinkenarten nicht so häufig vorkommt.

Meine erste Nachzucht gelang mir im Jahr 2006, ein Jahr nach der Eingewöhnung baute das erste Paar ein Nest. Sicherlich nichts Besonderes, ich selbst hielt es für ein Schlafnest. Auffällig war, dass das Einflugsloch, am Ende einer 30 cm langen Röhre, ganz nach unten zeigte. Wann die Eiablage erfolgte kann ich nicht nachvollziehen. Geht man von einer Brutdauer von ca. 12 -14 tagen aus und einer Nestlingszeit von 2 Wochen, so ist der Brutbeginn Anfang März realistisch. ich habe zu dieser Zeit nur Keimfutter mit etwas Eifutter vermischt. Gelegentlich fütterte ich Mehlwürmer und rote Kolbenhirse. Meine Tochter fütterte die Tiere während meines Krankenhausaufenthalts genauso weiter. Als ich eines Tages die Innenvoliere betrat und viel Lärm und Aufregung bemerkte, konnte ich es kaum fassen, dass meine Tochter ganz nebenbei 2 Schönbürzelchen nachgezogen hat.

Mit dem nunmehr zuchtfähigen Nachwuchs hoffe ich, dass sich ein neues Paar mit einem vorhandenen Einzeltier bildet. Ich werde bald eine Antwort darauf finden.

Reisfinken

Mittwoch, Juni 18th, 2008

Reisfink- Padda oryzivora

Verbreitungsgebiet: Südchina, Philippinen und Indonesien
Größe: ca. 14 cm

Geschlechtsunterscheidung: Die Schnabelwulst des Männchens ist oft dicker und kräftiger rot gefärbt. Während der Brutzeit ist der Augenring des Männchens manchmal deutlicher rot ausgeprägt. Sicher ist jedoch der Gesang des Männchens, da Weibchen nicht singen.

 
Haltung und Zucht:
Manchmal sind die Reisfinken etwas stänkernd unterwegs, ist de Voliere groß genug, kann man Reisfinken in kleineren Truppen pflegen und züchten, denn dort gibt es keinerlei Probleme. Die Reisfinken können ebenfalls bei Temperaturen von 15°C überwintern.
Reisfinken sind lebhaft und nützen der gesamten Voliere. Gebrütet wird in Wellensittichkästen, da sie kein freistehendes Nest bauen. Häufig werden von meinen Reisfinken gröbere, festere Baumaterialien z.B. Stroh und die Überreste von Kolbenhirse verbaut. Sie nutzen aber auch Kokosnussfasern und Heu. Ausgepolstert wird dann mit weichem Material. Das Gelege ist oft recht groß.6-8 weiße Eiere werden 13 Tage lang gebrütet. Nach ca. 30 Tagen fliegen die Jungtiere aus und werden noch weitere 2 Wochen gefüttert