zu Zuchtberichte

Meine Gedanken zur Vogelzucht:
 
In anbetracht der Tatsache das dass Einfuhrverbot für Wildvögel, nie mehr aufgehoben wird, sollten sich alle Vogelhalter ernsthafte Gedanken darüber machen wie es in Zukunft mit unserem Hobby aussieht!
In unserem Land muss eine stabile Vogelpopulation aufgebaut werden und zu vernünftigen Preisen verkauft oder getauscht zu werden. Es ist unmöglich dass die Preise für Prachtfinken so Herraufgetrieben werden, dass viele Liebhaber mit kleineren Prachtfinken Beständen aufhören werden müssen! Es wird dann nur noch wenige Züchter geben, die sich das wohl leisten können und dann….?

Ich betrachte den Vogelmarkt sehr genau, jeder sucht auf einmal Afrikanische Prachtfinken. Australische Prachtfinken dabei weniger! Ganze Generationen von Sittichen werden zu Schleuder Preisen verkauft. Oft höre ich die Worte der Züchter „die will ja keiner mehr“. Liebe Züchter auch diese Vögel gehören zu dem Einfuhrverbot dazu. Noch scheinen die Bestände „gesichert“ aber wie lange noch? Es ärgert mich auch dass, die großen Zuchtverbände immer noch die Eigenen Interessen vertreten. Deshalb meine Aufforderung an ALLE (Verbände, Vereinigungen, BNA) schlisst Euch zusammen und erarbeitet gemeinsame Richtlinien! Nur wenn alle zusammenarbeiten, kann die Vogelwelt in unseren Volieren erhalten bleiben!



1 Kommentar zu “zu Zuchtberichte”

  1. Max schieb:

    Hallo (!)

    und erst einmal ein Kompliment für die informative Seite.

    Ob das Einfuhrverbot für Wildvögel eine so unumstößliche Tatsache ist, wie von Dir dargestellt, bleibt abzuwarten. Erstrebenswert wäre dies unter keinen Umständen.

    Es wäre sogar für einige Arten in freier Wildbahn das endgültige Aus. Nehmen wir nur einmal bei den Prachtfinken die Beispiele von Reisamadine und Zebrafink. Während der Zebrafink in Australien zwar noch nicht im Bestand bedroht ist, trifft das für die Reisamadine sehr wohl zu. Ihr endgültiges Verschwinden wird innerhalb der nächsten 20 Jahre erwartet, wegen der Lebensraumzerstörung jedoch vermutlich schon viel früher eintreten. Und die Vogelzucht hat dem nichts dagegen zu halten, sind doch gerade von der Reisamadine in den weltweiten Zuchtbeständen keine reinerbigen, wildfarbenen Vögel mehr vorhanden. Standardisierte Idealvorstellungen, Mutationszucht und unkontrollierte Vermischung der verschiedenen Farbschläge haben dazu geführt, dass reinerbige wirdlfarbene Reisfinken in den Vogelstuben nicht mehr existieren. Genau das gleiche Schicksal hat den australischen Zebrafink ereilt, dessen dem Wildtyp entsprechender Genpool in der Stubenvogelhaltung unwiderbringlich verloren ist.

    Die Wildformen, also die dem ursprünglichen Erscheinungsbild in Farbe, Form, Größe und Verhalten entsprechenden Vögel, sind schon vor Jahrzehnten von den Züchtern ausgemerzt worden. Das betrifft jedoch nicht nur diese beiden Arten. Der Diamantfink, die Gemalte Amadine, alle Papageiamadinen, das Silberschnäbelchen, der Bandfink, der Schmetterlingsfink und noch zahlreiche weitere Arten sind vom gleichen Schicksal bedroht.

    Besonders gravierend das Schicksal der auch von Dir gehaltenen Gouldamadine. Obwohl Jahr für Jahr zu tausenden in den Vogelstuben vermehrt, scheint es äußerst fraglich, ob die reinerbige Wildfarbe in Züchterhand erhalten werden kann.

    Da der Freilandbestand der Gouldfamadine auf nur noch rund 2.500 Brutpaaare zusammengeschrumpft ist, wäre jedoch gerade das besonders wichtig. Eine Auswilderung von Nachzuchten zur Bestandsstärkung könnte u. a. nämlich eine geeignete Schutzmaßnahme sein. Es muß jedoch derzeit darauf verzichtet werden, da kaum noch reine wildfarbene, mutationsfreie Zuchtbestände bekannt sind. Ob die AG Wildformen - http://ag-wildformen.de/ - mit ihrem Erhaltungszuchtprogramm noch rechtzeitig Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob eine Bestandsstärkung durch Zuchtvögel überhaupt noch Sinn macht, da der “Wildtyp” auch bei den Gouldamadinen schon längst verdrängt wurde.

    Diese Situation ist jedoch nicht nur bei den Prachtfinken zutreffend. Von Schön-, Sing- und Bourkesittichen - um nur wenige zu nennen - sind in menschlicher Obhut so gut wie keine reinerbig, wildfarbenen Vögel mehr bekannt. Gelingt es nicht in absehbarer Zeit, gesicherte Zuchtbestände zusammen zu führen und in einem Erhaltungszuchtprogramm zu konzentrieren, sind diese Vogelarten in den Vogelstuben für immer verloren. Und in freier Natur sieht die Situation, wenngleich aufgrund anderer Umstände, nicht besser aus. Rosafarbene Bourkesittiche, oder wildfarbene, die rosa vererben, wird es hingegen immer geben.

    Gerade die Zucht- und Liebhaberverbände haben mit ihren angestrebten Idealvögeln, Zuchtstandards und Vogelprämierungen verheerende Arbeit geleistet; der Vogelwelt einen miserablen Dienst erwiesen. Dein Appell an diese Organisationen (in Teilbereichen ausgenommen BNA) bleibt daher hoffentlich ungehört; es würde eine unkontrollierbare Machtposition heraufbeschworen, deren Bestrebungen nicht das endgültige “Aus” für die Vogelhaltung, aber sicher für die reinerbigen Wildformen und Wildfarben bedeuten würde.

    Es geht nicht um den Erhalt der Vogelwelt in unseren Züchterstuben und Volieren. Die ist nicht bedroht. Es geht um die ursprüngliche Artenvielfalt und deren Erhalt. Da sind Zuchtverbände mit ihren Zielsetzungen, Standards und Leistungsschauen vollkommen falsche Ansprechpartner. Es braucht in speziellen EZP-Iniativen engagierte Vogelfreunde und Züchter, die diese Aufgabe frei von Leistungskriterien und Titel- oder Pokaldenken zum Wohle der jeweiligen Vogelart übernehmen. Die „AG Wildformen“ bietet hier einen guten und unterstützenswerten Ansatz.

    Und da sich Einsicht und Erkenntnis halt auch bei den Vogelzüchtern erst jetzt so richtig durchzusetzen beginnen, der Genpool der Zuchtbestände jedoch durch Fehler der Vergangenheit weitgehend ruiniert ist, bedürfte es dringend einer - selbstverständlich unter Aufsicht und Zugrundelegung strengster Maßstäbe bei Fang und Transport - zumindest zeitweise gelockerten Einfuhrregelung. Dies wäre auch zum Schutz und der Erhaltung einer breiten Artenvielfalt für die Nachwelt dringend geboten.

    Es wäre schön, würde man sich in einem der erwähnten Erhaltungszuchtprogramme wieder treffen. Bis dahin mit den besten Wünschen auf viel Vogelnachwuchs und noch mehr Freude an Deinem schönen Hobby

    Max

Kommentar verfassen

Bitte geben Sie den Code im Bild ein:


Bild neu laden Audio-CAPTCHA abspielen